Spätestens seit Online-Shopping auf dem Vormarsch ist, ist auch der klassische Einzelhandel im Umbruch. Um gegen die großen Online-Riesen bestehen zu können und weiterhin genügend Kunden vor Ort in die Geschäfte zu locken, gilt es Trends zu erkennen und umzusetzen. Dabei erweist sich nicht nur das Thema Internet als wichtiger Wettbewerbsfaktor.

 

Kundenbindung als Herausforderung für den Einzelhandel im mobilen Zeitalter

Einkaufen als Erlebnis gestalten ist eine der Herausforderungen denen sich der Einzelhandel stellen muss. Die weitere Entwicklung geht dahin, dem erlebnishungrigen Konsumverhalten einer mobilen und zunehmend spontaner agierenden Kundschaft gerecht zu werden.

 

Wachsende Umsätze im Online-Handel

Die Zahl der Online-Anbieter wächst. Während Newcomer auf den Markt drängen, entdecken immer mehr etablierte Händler die sich ihnen im E-Commerce bietenden Möglichkeiten. Dabei setzen Hersteller und Großanbieter zunehmend auf den Direktvertrieb ihrer Produkte über eigene Online-Shops – zum Nachteil des stationären Einzelhandels. Mit M-Commerce rückt vermehrt jener Konsument in den Fokus, der seine Einkäufe mittels Smartphone und Tablet von unterwegs tätigt.

 

Grenzüberschreitender Handel (Cross Border Trade)

In einer globalen Welt gewinnt der grenzüberschreitende Handel spürbar an Bedeutung. Hier besteht vor allem für die Händler von sogenannten Nischenprodukten die Chance auf starke Umsatzzuwächse. Wer seinen Kunden etwas bieten kann, das anderswo nicht so leicht zu bekommen ist, hat gute Chancen im Wettbewerb zu bestehen. Fachanbietern und Spezialisten, die zudem mit Qualität überzeugen können, gehört die Zukunft.

 

Image is King

Fragen nach Herkunft der Produkte, Nachhaltigkeit und die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards bei der Herstellung gewinnen an Bedeutung. Anbieter, die in Zusammenhang mit diesen Themen in Verruf kommen, erleiden schon heute schwere Imageschäden. Soziale Netzwerke und Feedback-Plattformen sorgen dafür, dass sich sowohl positive Erfahrungen als auch Berichte über Skandale innerhalb kurzer Zeit weltweit verbreiten. Hinzu kommt die in vielen Foren erfahrungsgemäß niedrige Hemmschwelle für extreme Äußerungen und hohe Anfälligkeit emotionaler Reaktionen. Bereits einigermaßen erfolgreiche Boykottaufrufe können empfindliche Umsatzeinbußen zur Folge haben. Einzelhändler werden daher in Zukunft noch stärker als bisher auf ihr Image achten.

 

Soziale Netzwerke als Multiplikator für Produktwerbung

Individuelle Einkaufserlebnisse finden ihren Niederschlag in den sozialen Netzwerken. User präsentieren ihre neu erworbenen Produkte stolz in Form von Fotografien, die sie auf den Plattformen teilen. Es zeichnet sich bereits der Trend ab, dass Kunden ihre persönliche Einkaufstour filmen und das Ergebnis ins Netz stellen. Manche Läden gewähren Besitzern von Smartphones den Zugang zu einer im Shop befindlichen Kamera via QR-Code und überspielen das gefilmte Einkaufserlebnis direkt auf das mobile Gerät des Kunden. Der kann es im Anschluss auf den von ihm genutzten sozialen Netzwerken teilen.

 

Steigende Investitions- und Betriebskosten

Um im Wettbewerb mit dem Online-Handel zu bestehen, wird der Einzelhandel seinen Kunden vermehrt Attraktionen bieten müssen. Schon in der jüngeren Vergangenheit waren kürzere Intervalle bei Umbauten und Renovierungsarbeiten zu verzeichnen. Es ist davon auszugehen, dass der Wettbewerbsdruck Anbieter in kürzeren Abständen Investitionen abverlangen wird, welche die Attraktivität ihres Geschäfts steigern sollen. Schließlich liegt einer der Vorteile des stationären Handels darin, seinen Kunden ein angenehmes Einkaufserlebnis vor Ort zu bieten.

 

Konsum als Event

Konsum bleibt ein Erlebnis, das der Kunde mit einer angenehmen Erfahrung verbinden soll. Einzelhändler kommen daher nicht umhin, für sich und ihr Angebot nach einem positiven Alleinstellungsmerkmal zu streben, um Kunden an sich zu binden. Eine weitere sich aus der Entwicklung ergebenden Konsequenz liegt darin, dass sich stationäre Anbieter in weitaus größerem Maß als bisher im E-Commerce engagieren müssen. Ansonsten laufen sie Gefahr, gegenüber anderen Anbietern das Nachsehen zu haben. Da Konsumenten ihre Einkäufe vermehrt mithilfe ihrer mobilen Endgeräte tätigen, bedeutet dies auch, dass Betreiber von Online-Shops ihre Webseiten mit Hinblick auf die mobile Nutzung optimieren müssen.