Die passenden Worte im richtigen Moment zu finden ist nicht immer einfach. Gerade wenn uns etwas peinlich ist oder bei verbalen Attacken von Kollegen wäre eine schlagfertige Antwort im richtigen Moment hilfreich. Damit ließen sich viele unangenehme Situationen entschärfen. Meist fällt uns diese aber erst Stunden später ein – viel zu spät, um noch entsprechend reagieren zu können. Doch Schlagfertigkeit lässt sich trainieren. Hier erfahren Sie die entscheidenden Taktiken für mehr Schlagfertigkeit.

Der größte Feind der Schlagfertigkeit ist der Stress. Gerade wenn wir in unangenehme Situationen geraten, werden wir unerwartet getroffen, eine Art Hilflosigkeit macht sich breit. Dieser Überraschungseffekt versetzt uns in Stress und unser erster (im Laufe der Evolution erlernte) Reflex darauf ist die Flucht. Genau das hindert uns daran spontan zu reagieren. Die oberste Prämisse lautet deshalb, setzen Sie sich nicht unter Druck, egal wie unangenehm die Situation ist. Denn in der Ruhe liegt die Schlagfertigkeit.

Die Rückfrage-Taktik

Wenn Sie von unangenehmen Aussagen in Verlegenheit gebracht werden, kann eine passende Rückfrage die richtige Antwort bieten. Kontern Sie einfach auf Äußerungen wie „Sie sind aber nicht besonders teamfähig“ mit einer Frage wie „Ich bin neugierig, wie kommen Sie darauf?“ Damit verlassen Sie die Rechtfertigungsebene, verschaffen sich eine Atempause und können das Gespräch sogar in konstruktive Bahnen lenken.

Die Umkehr-Taktik

Mit der Umkehr Taktik drehen Sie den Spieß einfach um. Der frühere Premierminister Winston Churchill war berühmt für seine Schlagfertigkeit. Als Lady Astor zu ihm sagte „Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee mischen“ entgegnete Churchill „Und wenn ich Ihr Mann wäre, dann würde ich ihn trinken.“ Ein perfektes Beispiel für eine Umkehrung.

Die Bestätigungs-Taktik

Diese Taktik gehört wohl zu den einfachsten. Egal was passiert, stehen Sie einfach zu Ihrem Fauxpas. Damit nehmen Sie jedem Vorwurf den Wind aus den Segeln. Wenn Ihnen jemand z.B. ein „Das gehört aber jetzt nicht zur Sache“ vorwirft, entgegnen Sie einfach „Stimmt, ist mir auch gerade aufgefallen“. Der Vorwurf verfehlt somit seine Wirkung, solange Sie ihn nicht persönlich nehmen.

Die Übertreibungs-Taktik

„Lachen ist die beste Medizin“, lautet ein altes Sprichwort und mit der Übertreibungs-Taktik beweisen Sie Humor. Anstatt beleidigt auf einen Vorwurf zu reagieren, greifen Sie diesen auf und übertreiben ihn maßlos. Damit zeigen Sie, dass Sie über sich selbst lachen können. Wenn Ihnen jemand sagt „Du hast aber zugenommen“ entgegnen Sie einfach „Ich arbeite gerade an meiner neuen Karriere, als Sumoringer.“

Die Umformulierungs-Taktik

Wenn Ihnen etwas negativ zum Vorwurf gemacht wird, dann greifen Sie den Vorwurf auf und formulieren Sie diesen positiv um. Wenn Ihr Chef meint, dass Ihr Vortrag zu kurz geraten ist, dann entgegnen Sie ihm einfach, dass Sie Ihr Publikum nicht langweilen möchten, sondern die essenziellen Informationen knapp zusammengefasst haben.

Die Antwort-Ablehnen-Taktik

Nicht jeder Kommentar bedarf auch einer Antwort. Wenn Ihnen gerade nichts Passendes einfällt oder Sie eine Äußerung unpassend finden, können Sie den Einwurf auch einfach unbeantwortet lassen. Von „Danke für Ihre Meinung“ bis „Lassen Sie uns beim Thema bleiben“ ist alles drin. Danach gehen Sie gelassen zur Tagesordnung über. Je sachlicher Sie dabei reagieren, desto souveräner wirken Sie – und können das Gespräch in die entsprechende Richtung lenken.