Gabriela Schrenk hatte 2014 aus gesundheitlichen Gründen die Gelegenheit, beruflich umzusatteln. Die 52-jährige Böheimkirchnerin holte am WIFI St. Pölten die Lehrabschlussprüfung „Bekleidungsfertiger“ nach und besuchte anschließend den Meisterkurs „Kleidermacher“.

 

Wie verlief bisher Ihr beruflicher Weg?

Gabriela Schrenk: Mein Wunsch war schon immer, Schneiderin zu werden. Da ich auf einem Auge blind bin, habe ich aber beruflich einen anderen Weg eingeschlagen und anfangs in einer Gärtnerei gearbeitet und später als Raumpflegerin. Hobbymäßig habe ich immer geschneidert und der Gedanke, mich als Schneiderin selbstständig zu machen, hat mich nie losgelassen.

 

Wie kamen Sie Ihrem Ziel einen Schritt näher?

2014 hatte ich einen Bandscheibenvorfall und konnte meinen Job nicht mehr ausführen. Ich nahm Kontakt mit der Wirtschaftskammer-Innung „Mode und Bekleidungstechnik“ auf und informierte mich über meinen Traumberuf. Über das AMS und die Innung bekam ich die Gelegenheit, die Lehrabschlussprüfung „Bekleidungsfertiger“ nachzuholen. Neben der Praxis im Ausbildungsbetrieb fand der Theorieteil am WIFI, statt in der Berufsschule statt. Bei der Zeugnisübergabe sagte Innungsmeisterin Annemarie Mölzer zu mir: „Und Sie, Frau Schrenk, sehe ich dann beim Meisterkurs wieder!“ Und so geschah es, dass ich 2016 mit meinen 50 Jahren im Meisterkurs saß.

 

Wie ist es Ihnen bei der Ausbildung ergangen?

Der Vorbereitungslehrgang auf die Meisterprüfung baute auf dem Wissen auf, das ich mir im Bekleidungsfertiger-Kurs angeeignet hatte. Somit ist es mir im Meisterkurs eigentlich sehr gut gegangen. Nach der Prüfung habe ich auch gleich den Gewerbeschein gelöst. Derzeit sammle ich Berufserfahrung in einer Änderungsschneiderei in Wilhelmsburg. Mein Ziel ist es, mich 2019 als Änderungsschneiderin selbstständig zu machen. Den Businessplan dafür habe ich schon im Meisterkurs ausgearbeitet. Zusätzlich zum herkömmlichen Angebot möchte ich auch ein mobiles Service anbieten.